Wie man(n) sich für die Wiesn
anzieht
Vor dem Griff zum Masskrug erfolgt der Griff in den Kleiderschrank.
Bei echten Münchnern kommt von Ende September bis Anfang
Oktober nur die Lederhose zum Einsatz.
Lederhose ist aber nicht gleich
Lederhose. Diese unterscheiden sich neben Schnitt und Material
auch durch Hosenlatz und Hosenträger. Hosenträger
sind je nach Vereinszugehörigkeit bestickt und bilden so
etwa eine brauchtümliche ID-Card. So konnte man klar unterscheiden
aus welchem Dorf ihr Träger stammt. Der Hosenlatz, der
sich aus der mittelalterlichen "Barguette" (eine in
engen Hosen eingenähte Schamkapsel) entwickelte, ist besonders
von Vorteil wenn es mal schnell gehen muss.
Aus der langen
Lederhose entwickelte sich bald die "Kurze". Diese
Lederhose endet oberhalb des Knies. Getragen wurde sie hauptsächlich
von Gebirgsjägern und Sennern. Die Kurze gewährte
mehr Bewegungsfreiheit beim kraxeln (und auch beim fensterln).
Sie wird meist in Kombination mit Wadenstrümpfen getragen,
um sich vor der Kälte zu schützen.
Viele Lederhosen werden auch "Krachlederne" genannt.
Dabei ist die Form der Hose ganz egal. Ob lang, kurz oder knielang,
die Krachlederne ist die Lederhose for life. Wie damals kauft
man sich ein Paar und das hält das ganze Leben lang. Die
Krachlederne ist aus Hirschleder gefertigt und muss sich den Namen
erst verdienen. Durch das Drüberschütten halbvoller
Masskrüge, dem Rumsitzen auf dreckigen Bierbänken oder
das Abwischen der fettigen Finger vom Hendl essen.
Das Prädikat "Krachledern" verdient die Hose
erst, wenn sie quasi ohne Ihren Besitzer stehen kann. Das
ist praktisch, es spart Kleiderbügel und ermöglicht
dem Träger auch noch einen aufrechten Gang, wenn man
mal so richtig durstig war.